Martina & Stefan — 17. April 2007 & 07. Juli 2007

Hochzeitstagebuch (0 Comments)

Noch ein paar Wochen bis zum großen Tag

Meinen Termin zum Brautkleid abholen, muss ich leider verschieben, da mich sonst niemand begleiten kann. Sollte ja kein Problem sein, bei einem solch sündhaft teurem Kleid und einem Brautladen, der “alles dafür tut, dass die Braut sich wohl fühlt und der Hochzeitstag zum schönsten Tag im Leben” wird — so Bucher Brautmoden aus Gundelfingen. Irrtum, leider ist das Verschieben des Termins kaum möglich, schließlich ist in der Woche vor unserem Termin viel los und von Überstunden haben die wohl noch nichts gehört. Egal, Termin gerade noch gefunden, oh, oh zwei Tage vorher hoffentlich geht nix schief.

04. Juli 2007 p1060079.JPG

Noch 3 Tage bis zu unserem großen Tag. Bis heute hat alles wunderbar geklappt. Ring, Ring, oje das Telefon, hoffentlich keine schlechten Nachrichten. Ach herrje, die Autovermietung “Europcar“. Sie bekommen das von uns vor über 2 Monaten reservierte und fest bestätigte Auto nicht her.

05. Juli 2007

Während Stefan sich noch mit dem Problem “Auto” herumschlägt und Tanja versucht, ihm dabei behilflich zu sein, machen sich Martina, Jennifer, Tanja und die Brautmutter auf das Brautkleid in Gundelfingen abzuholen. Nur was sehen unsere Äuglein? Die Schleppe, die bestickt sein sollte, ist leer! Unseren Blick könnt ihr euch ja hoffentlich alle vorstellen, worauf doch die “freundliche” Frage kam, was meine Mutter für ein schreckliches Gesicht ziehen würde. Schnell hab ich aufgeklärt, dass es ja wohl klar ist, wenn zwei Tage vorher noch so ein Manko auftritt. Das mit der Chefin höchstpersönlich vereinbarte Ringkissen, dass von dem riesigen Stück, dass von meinem Kleid weggeschnitten wurde — die ursprüngliche Schleppe war ewig lang –, war nicht gemacht. “Kein Problem, wird in einer Stunde alles erledigt!” Wie in einer Stunde? Da bin ich ja mal gespannt, ich dachte so was würde länger brauchen.Auch über diese Stunde freuten wir uns wenig, da wir 2 Tage vor dem großen Tag, ja eigentlich noch Vorbereitungen hatten. Eigentlich sollte dieser Abholtag ja dazu da sein, meiner Schwester zu zeigen, wie sie mir ins Kleid hilft, es zubindet und wie sie mich an dem wichtigen Tag unterstützen kann. Aber anstatt zu zeigen, wie man das Kleid richtig schnürt, wurden wir nur von oben herab behandelt. Als meine Schwester einen sehr wichtigen Anruf erhielt (es ging um das Hochzeitsauto!), hielt sie es zudem nicht nötig, kurz 30 Sekunden zu warten, und fuhr einfach mit ihren Erläuterungen fort.

Dann machten wir uns erst mal wieder auf, die Stunde zu überbrücken. Als wir zurückkamen, waren wir ja auf schlimmes gefasst gewesen, aber was uns da erwartete, hätten wir im schlimmsten Alptraum nicht gedacht.

Erst mal noch zum kurzen Verständnis angefügt: Beim Kauf des Kleides hatte ich zwei verschiedene Kleider an, das eine hatte eine wunderschön bestickte Schleppe, das andere hat mir aber ansonsten besser gefallen. Als wir das erklärten, wurde uns mitgeteilt, dass es kein Problem sei, man würde mir die Schleppe besticken, damit sie genauso hübsch wäre. Sie wußte ja, dass wir sonst ohne Kleid gegangen wären, weil wir ihr sagten, wir hätten in Ulm ein Kleid gesehen, dass wir sonst genommen hätten.

Doch was uns erwartete, war keine hübsch bestickte Schleppe, nein es waren einzelne, wenige Miniperlchen und -kügelchen, darauf verteilt, so dass es schlimmer aussah als vorher. 2005-07-juli-044.jpgDa wir uns dann erlaubten, zu sagen uns würde es nicht gefallen, wurden wir raus geworfen und angeschrien, ausreden wollte sie uns gar nicht lassen. Sie hätte ja gesagt, dass es kostenlos sei, was wir denn kostenlos erwarten würden. Na ja, halt das was ausgemacht wurde. Natürlich wurde es dann ziemlich laut, ich dachte schon mein Hochzeitstag wäre ruiniert. Ich war am Boden zerstört, dennoch wurde ich wieder ruhiger und wollte mit ihr über einen Kompromiss reden, ich wollte einen Teil der Kosten übernehmen, ich wollte ja nur noch mein Traumkleid. Nachdem ich aber nur nochmal angebrüllt wurde (ich verstehe unter dem Motto “Wir tun alles damit die Braut sich wohl fühlt” etwas anderes), packte ich meine sieben Sachen und ging zum Nähkäschtle nach Leipheim, wo es gar kein Thema war und mir sofort geholfen wurde.

Leider vergaß ich vor lauter Aufregung, ein Foto vom Horror zu machen.

06. Juli 2007

Die nette Dame dort bestickte mir noch sofort bis heute mein Kleid, was ja eigentlich auch keine Selbstverständlichkeit ist, und dazu noch so traumhaft schön, noch schöner als ich es mir vorgestellt hatte. Dank dem Nähkäschtle-Team war meine Hochzeit gerettet.

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Meine Schwester hat es doch tatsächlich noch geschafft, Stefans Traumauto einen Mercedes SL aufzutreiben, zwar nicht das neueste Modell, aber super. Für den 07.07.07 ist somit alles vorbereitet. Nun heißt es nur noch einmal schlafen — wenn man kann.

07. Juli 2007

Martina: 06 Uhr aufstehen. Uff, heute habe sogar ICH (Martina) das geschafft. Eigentlich viel zu früh, weil ich erst um 7 beim Frisör sein muss, und vorher nicht allzuviel tun kann. Nur frühstücken. Mit meiner Frisur, die mir Fr. Skala aus dem Salon “La Skala” in Bühl machte, war ich sehr zufrieden. Die Damen dort sind immer sehr freundlich, und man wird richtig verwöhnt.

Frisur1

Um 8 Uhr 30 war ich schon wieder zuhause, gerade richtig dass meine Mutter zum Frisör los konnte, die bis dahin bei Jenny blieb. Leider konnte aber auch an diesem Tag nicht alles glatt. Tanja, die in Leipheim um 07.30 Uhr beim Frisör war, rief mich um 9 an, dass sie noch nicht mal angefangen hätten, bei ihr die Frisur zu stecken. Na super, ich brauch sie doch. Glücklicherweise, hab ich die Zeit damit überbrückt, dass mich Heide aus der Krabbelgruppe super geschminkt hat. Tanja kam dann trotz aller Bedenken doch “schon” um halb zehn. Doch dann rief meine Mutter an, sie würde überhaupt nicht dran kommen, beim Frisör. Nachdem wir dann nochmal Druck gemacht hatten, kam sie dann aber doch noch rechtzeitig zurück, um sich umzuziehen, und Tanja beim Brautkleid schnüren zu helfen.

Oh, oh jetzt wirds doch noch kurz hektisch. Müssen schnell los, Brautstrauß (der übrigens wunder, wunderschön ist,

Brautstrauß

Danke an Gärtnerei Müller in Echlishausen) holen und noch was zu essen.

Geschafft doch noch zu früh an der Kirche, jetzt heißt es auf den Pfarrer warten. Wann kommt der denn endlich?

Die kirchliche Trauung findet in der St. Paulus Kirche in Leipheim statt (katholische Kirche). Ich habe beschlossen, Stefan darf mich erst vor dem Altar sehen, weshalb er drinnen wartet. Ich lauf dann hinter dem Pfarrer her und Jenny und Tanja kommen mir nach. Der Gottesdienst ist wirklich schön. Zwischendurch während der Predigt, mal kurz langatmig, aber sonst lustig und locker, wie keiner unserer Gäste von einer katholischen Trauung erwartet hätte. Der Pfarrer brachte den einen oder anderen lustigen Spruch und auch Jenny beteiligte sich an der Unterhaltung des Publikums. Als sie Emilie entdeckt hat, wollte sie lauthals verkündend zu ihr. Während der Trauung, als Jenny mit nach vorn durfte, fiel Emilies Tasche runter, welche Jenny dann unbedingt aufheben wollte. Unsere Band war natürlich auch nicht ganz unschuldig, an der lobreichen Gestaltung. Der Auszug wird, wie mit kleinen Kindern üblich, chaotisch. Jenny und Emilie sollen Blumenstreuen und wissen erst gar nicht so recht was wir wollen.

Danach noch ein paar Fotos vor der Kirche geschossen und dann geht es ab in der Kolonne zum Sektempfang ins Sportheim Wasserburg.

Nach einer kurzen Ansprache, in der sich Stefan verspricht (Stefan:”Danke dass ihr da wart…):-)) und danach allen viel Spaß auf der weiteren Feier wünscht, stoßen wir schnell an und ein Brötchen (waren superlecker) wird natürlich auch noch schnell reingeworfen und machen uns mit Tanja, Rene und Jenny auf nach Ichenhausen zum Fotograf.

Na wenn mir einer erzählt hätte, dass eine Stunde Fototermin so anstrengend sein kann, dann hätte ich den Fototermin an einem anderen Tag wahr genommen. Hier werden hin und hergescheucht es werden glaub 1 Million Fotos von uns gemacht. Jenny pisselt vor lauter Streß in die Hose, und hat eigentlich schon gleich keine Lust mehr, wie auch ihre Tante, die dauernd mit ihr zusätzlich noch hin und her springt. Außerdem hat Tanja sich gleich ihre Schuhe und Kleid versaut, wie ich übrigens auch, da wir voll in der Matsche stehen sollen um zu posieren. Etwa nach der Hälfte des Shootings lassen uns unsere Trauzeugen und Jenny allein. Tanja fährt noch ihr Leihauto gegen einen Baumstumpf, na super hat ja noch gefehlt. Nach gefühlten 5 Stunden, beschließt der Fotograf mit seinen zwei Assistenten, die uns wirklich ganz wuschig machen, wir gehen jetzt noch “schnell” zur Kapelle. Nachdem wir 3 Zwischenstopps eingelegt haben (Halt hier an dem Baum wäre doch noch schön) und wir die Mannschaft darauf aufmerksam gemacht haben, dass eigentlich unsere Gäste auf uns warten, laufen wir doch tatsächlich ohne zusätliche Stops zur Kapelle.

(Abholung der Fotos: Leider sind die Fotos nicht so schön geworden, wie ich mir erhofft hatte. Vielleicht hätte der Fotograf lieber weniger Fotos, aber dafür mehr auf ein paar schöne konzentriert, dann wären ihm vielleicht so Sachen, wie Stefans Plastraux war ganz schief, die Sonnenblenden vom Cabrio hängen störend im Bild, ich beuge mich auf einigen Fotos wirklich sehr doof in der Gegend rum, die Jenny wurde nie in dem Moment getroffen, wo sie nicht grad schaut als stünde ihr jemand auf dem Fuß, aufgefallen.

Zudem wurden die Bilder fast alle am Rand unscharf gemacht, manche sogar komplett, was wohl bei Hochzeitsfotos gang und gebe sei, uns aber nicht gefällt und nicht mitgeteilt wurde. Ein Tipp für Andere: Vorher mitteilen, dass so was nicht erwünscht ist. Vielleicht auch genauer absprechen, welche Formationen erwünscht sind, und dass der Fotograf lieber ein paar weniger Fotos macht, sich aber dafür mehr Zeit lässt. Und selber genau prüfen auch wenns schwer fällt, bei dem Streß an alles zu denken, ob alles richtig sitzt.)

(12. September: Ok, nachdem man die Fotos öfters angeschaut hat, sind sie eigentlich doch gar nicht sooo schlecht. Klar alle 111 Fotos sind nix, aber auf 20 haben wir uns jetzt vorerst mal geeinigt. Mehr braucht man doch auch gar nicht.)

Also wo waren wir stehen geblieben? Ach ja nonstop zur Kapelle. Hier angekommen nur noch ein bis zwei – hundert Fotos, nein waren nur 30, und dann endlich zurück zum Auto. Juhu, schnell in die Gaststätte ich habe Hunger, Hunger, Hunger, habe Durst. Rön, Rön, oh nein, unser Auto steckt in der Matsche fest. Jetzt heißt es für das Fototeam schieben, schieben. Geschafft. Jetzt aber schnell. Die Fotos sind gemacht, der Autoschmuck nicht mehr so wichtig. Laß uns mal sehen, was die Blumen aushalten. 70 – 75- 80 kmh. Ok übertreiben wollen wir es auch nicht, sonst haut es uns das Ding noch in die Scheibe.

Endlich Gaststätte. Trinken, Trinken, Kuchen. Wie? Was machen denn die ganzen Gäste hier draußen vor der Tür. Oh nein, wir müssen uns noch den Weg freischneiden. Aber jetzt Trinken her. Hallo, Bedienung! Ich habe Durst. Na ja leider interessiert das die Bedienungen im Moment gar nicht, nicht das ich Durst habe, und auch die Gäste sitzen vor leeren Gläsern. Bedienung bitte mal eine allgemeine Getränkebestellung aufnehmen. Geschafft Durst gelöscht, dann schneiden wir jetzt mal den Kuchen an. Meine Hand war natürlich oben, aber so wollt ich ja dann doch nicht sein, und wir haben nach kurzer Rangelei schön nebeneinander angeschnitten. So angeschnitten ist er, wer schneidet jetzt den Rest auf? Die Bedienung doch oder? Nein, die wollen nicht. Gut dann macht Birgit das. Ach, wie jetzt der ganze Kuchen ist fast geschnitten, dann kommt doch noch eine Bedienung.

Nach Kaffee und Kuchen gibt es gleich nochmal eine Überraschung. Alle müssen raus, jetzt werden Ballons losgelassen, mit Karten unserer Gäste, die für uns was erfüllen wollen, sollte die Karte zurückkommen.

Um 17 Uhr starten wir den Brautwalzer, den wir so geübt haben, aber kaum einer schaut uns zu. Wir haben das so schön geplant, wir fangen an mit Anyone von Roxette, nehmen dann unsere Trauzeugen bei Hijo de la Luna, und machen dann weiter, ich mit Siegfried und Stefan mit Uschi bei dem Wiener Walzer Piano Man von Billy Joel. Leider hat unser Dj irgendwie gemeint, er muss uns einen Gefallen tun und einen Langsamen Walzer einschieben, worauf aber keiner vorbereitet war, und allgemeines Chaos ausbrach. Und das nachdem Uschi erst eh nicht tanzen wollte. Tanja sollte derweil mit René tanzen. Und auch dort war Chaos angesagt. Stefan hat dann das Choas abgebrochen in dem er um das nächste Lied bat, was dann unser Piano Man war. Hier tanzten wir jetzt mit Gudrun und Michi, während eigentlich Uschi und Siegfried tanzen sollten, und Tanja und René und so sollte sich eigentlich die Tanzfläche füllen, allerdings haben die beiden Paare durch das Chaos schon aufgegeben. Auch als wir dann unser letztes Lied den Langsamen Walzer You light up my life von Leann Rimes bekamen und alle aufforderten zu tanzen, tanzten Stefan und ich allein. Nur Birgit und ihr Stefan haben sich dann geopfert, dass wir nicht ganz blöd da standen.

Dank des schönen Wetters, dass extra heute für uns ist, bis gestern war es noch sehr regnerisch, können wir hier draußen noch quatschen. Gegen 18 Uhr bekomme ich schon wieder Hunger. Stefan gibt drinnen Bescheid, dass wegen uns langsam angefangen werden kann mit der Vorspeise (ausgemacht war so ungefähr 18:30 Uhr). Gut um 19 Uhr haben die ersten auch was zu Essen bekommen. (Tanja hat Stefan gewarnt: Eß lieber deine Tomaten auf, sonst verschwindet vielleicht deine Frau [er hasst Tomaten und Brautentführungen, wenn's seine ist :-) ]) Also gut vielleicht lässt ja das Hauptgericht nicht lange auf sich warten. Zur Auswahl stehen: Zanderfilet in Mandelbutter, und Putenschnitzel Bombay mit Curry. Das mit dem Warten ist so eine Sache um halb neun kommen endlich mal die Salate, die zu jedem Hauptgericht dabei sind. Na gut, jetzt kann es ja nicht mehr lang dauern, setzt ich mich mal wieder an den Platz. Na ja das war ein Irrtum, die ersten Gäste geben schon auf und verlassen vorzeitig die Party, und wir dürfen bis neun auf unser Essen warten. Na wenigstens ist das super, super lecker und entschädigt uns für die Wartezeiten.

Zwischen Vor- und Hauptspeise verteilt Tanja die Hochzeitszeitungen, die sie ganz allein auf die Beine gestellt hat, und wirklich super lustig geworden ist.

Leider hat das Tanjas Pläne durcheinander geworfen, die uns hinterher verraten hat, dass sie eigentlich um neun in GZ in einer Cocktailbar sein wollte. (Brautentführung, reserviert war auf 20 Leute). Wie die Brautentführung stattdessen aussah später an der chronologisch richtigen Stelle.

Nach dem Essen wurde getanzt und gequatscht. Andi und Werner hatten ein Hochzeitsspiel für uns parat. Sie hielten Schilder hoch, auf denen eine Gruppe von Leuten stand, die aufstehen sollten. Wir mussten erraten um welche Gruppe von Menschen es sich handelte. War echt witzig. Manches wussten wir zum Erstaunen aller sehr schnell, nur bei Brillenträgern, sass ich echt auf der Leitung, auch Zurufe des Publikums, u.a. ich würde so etwas auch haben, brachten mich ewig nicht weiter.

Jetzt wurde noch ein wenig geplaudert und dann kam Tanja – sie hat ein Spiel für uns. Ja, ja, ein Spiel! Stefan hätte mal lieber die Tomaten gegessen. Erst wurden mir die Augen verbunden, und ich sollte Stefan kneten. Als ich mir nicht besonders viel Mühe gab, da ich das schon komisch fand, wurde ich von ihr aufgefordert, bitte ein bisschen mehr Mühe. Okay, dann wird das schon noch was werden. Dann kam Stefan dran, Augen verbinden, Tanja springt los an ihre Tasche, holt ihren Autoschlüssel, wirft einigen Gästen einen Zettel zu, schnappt mich und los geht’s. Da es schon bald 22.30 Uhr ist, und die Nachspeise und noch einiges anderes auf dem Plan stehen, gehen nur wir zwei los. Wir setzen uns in die Cocktailbar und sind natürlich der Renner. Ein Limes aufs Haus, einer von einem “mitfühlendem” Gast und noch ein Cocktail, den dann mal sehen wer (Bringt René wohl den Brautstrauß mit?) zahlt.

Stefan tüftelt in der Zwischenzeit fleißig an “mir” herum, gibt sich richtig Mühe, kriegt von allem nix mit. Als ihn endlich jemand aus seiner Qual erlöst, sitzt an meiner Stelle der René. Nach ein Aussagen über die Figuren, fällt Stefan dann auch auf, das jemand fehl. “Sag jetzt nicht die ist weg!” Auf seinem Tisch lag ein Zettel: da du deine Tomaten nicht aufgegessen hast, ist deine Braut weg, Hinweise sind unter den Gästen versteckt. Erster Hinweis zu finden bei einer Person, dessen Namen mit M anfängt und mit i aufhört. Und jetzt wird’s lustig, aber kompliziert.

Der erste Zettel sollte bei der Maxi, sein: Suche bei einem Mann mit schwarzem Hut. Diesen trug mein Bruder Michael (Spitzname Michi). Dessen Zettel lautete: Geh zu einer in schwarz gekleideten Dame, welche Bianca war und hier sollte dann die Auflösung sein. Leider vertauschte Tanja in der Hektik die Zettel von Bianca und Maxi, so dass Stefan bei geplantem Vorgehen schon bei der ersten Person, die Auflösung gefunden hätte.

Welch ein Glück Stefan fiel nicht ein, wie die Dame hinter der Kamera (Maxi) heißt. Erst überlegte er, M und i. Kennt er niemanden. Vor- oder Nachname? Kommentare der Kamerafrau wurden nicht beachtet. Irgendwann kam ihm dann der Gedanke Michi. Gut, der hatte natürlich einen Zettel, also riss sich Stefan den an sich, obwohl er ja Michael heißt. Gut, also weiter zur schwarz gekleideten Frau. Hier wurde Stefan dann zum Mann mit Hut geschickt. Leider war Michael der einzige der einen trug und dessen Zettel hatte er ja schon.

Später erzählt mir Bianca, dass sie erst nichts mit dem Zettel anzufangen wusste, da auf ihrem Zettel Maxi stand. Sie dachte sie solle mit ins Maximilians und war schon fast unterwegs, als ihr auffiel, dass der Zettel eine andere Bedeutung hat. Aber wie es aussah, hat Stefan das Maxi immer noch nicht auf die richtige Spur gebracht.

Jetzt war natürlich Chaos angesagt. Also nochmal durchgehen. Irgendeine andere Frau die schwarz gekleidet ist? Nein, Stefan. Diesen Zettel hast du dir richtig abgeholt. René hat sich, derweil um unsere Knetmassefiguren gekümmert anstatt zu helfen, wie es sich als Trauzeuge ja eigentlich gehört hätte ;-) Also nochmal zum Mann mit Hut. Dieser schlug dann vor: “dann war wohl Michi falsch”. Nochmal von vorne. Kamerafrau wird immer noch nicht beachtet, trotz einigen Einwürfen von ihr. Trauzuege gesellt sich doch noch dazu. Stefan: Der Zettel mit M und i war Michi. Rene schlägt vor dass der ja eigentlich Michael heißt. Stefan: Zu dem sagt aber jeder Michi. Maxis Einwurf: Neee. Wieder wird sie nicht beachtet. Zettel 1, Zettel 2, Zettel 3. Wieder Zettel 1, Zettel 2, Zettel 3. Jetzt eine schlaue Idee von Stefan: “Wessen Name beginnt mit M?” Maxi: “Meiner!”. Ah der Groschen fällt. Das Ziel gefunden.

Leider hatte Birgit den Brautstrauß geklaut, und hat nun, weil sie ihn ausgelöst haben wollte (ob der Diebstahl mit rechten Dingen zu ging, ist bis heute noch nicht ganz klar, da René eigentlich während dem Diebstahl neben dem Strauß saß), René daran erinnert, dass man diesen mitnehmen muss. Danke Birgit, so hat René zwar eure Zeche bezahlt, aber nicht die der Cocktails.

Als die Männer uns holen, sind unsere Cocktails eben erst angekommen. Wir trinken schnell aus und machen uns auf den Rückweg. Jetzt drückt uns Tanja noch zwei Besen in die Hand. Wir sollen kehren. Wie jetzt? Ach man muss irgendwas blödes machen wenn man zurückkommt. Kaum drinnen, sollen wir wieder raus. Noch eine Überraschung. Ein Minifeuerwerk extra für uns. (Das vom Legoland haben wir verpasst).

Jetzt wieder nach drinnen, die supersuperleckere Mousse au Chocolat wartet. Mmmmhhhh, die ist ja wirklich leckerschmecker.

René hat noch ein Spiel für uns. Er hat extra eine Hose für den Stefan ganz allein und selber genäht, äh nähen lassen. Leider war die Hose dem Stefan zu groß, da mussten die armen Junggesellinnen ihm lauter Luftballons in die Hose stecken. Als diese geplatzt waren, natürlich nicht von selber, sondern dank meiner tatkräftigen Unterstützung, forderte der DJ die Männer auf, zu Ziriaki oder Sirtaki oder wie das auch heißen mag, zu tanzen. Nach einigen Stunden, so kam es ihnen jedenfalls bestimmt vor, sollten sie sich dann eine Tanzpartnerin suchen und dann noch ein bisschen Zillertaler Hochzeitsmarsch (“Wenn ich einmal Hochzeit mach, dann immer nur mit dir!”).

Ein alter Arbeitskollege von Stefan, (das alt bezieht sich hierbei nicht aufs Alter, sondern nur darauf, dass sie inzwischen nicht mehr zusammen arbeiten) musste laut Hochzeitszeitung mit uns ein Ständchen singen, was er jetzt tat. Stef und ich kannten das Lied zwar nicht, aber wir, na ja zumindest ich, tat so als ob. War lustig. Und nochmal Kompliment an unseren hervorragenden Sänger, Michael.

Dann noch eine Aufforderung vom DJ zum Marathonknutschen des Brautpaars.

Stefan musste sich noch in das kleine Stefanle verwandeln, und bevor sich dann alle verabschiedeten, noch schnell den Brautstrauß werfen. Den “Werfstrauß” hatten wir extra machen lassen, damit meiner nicht zerstört wird. Und damit er sich den ganzen Tag nicht langweilt, haben wir ihn der Tanja in die Hand gedrückt gehabt, damit er auch die Kirche usw. zu sehen bekommt. Anscheinend hat es ihm aber in ihrer Hand so sehr gefallen, dass er schnurstracks auf schnellstem Wege wieder ihr in die Arme schoss.

Nun musste nur noch der DJ seine Hochzeitszeitungsaufgabe einlösen (Einen Tanz mit der Braut) und dann verkrümelten sich unsere Gäste so nach und nach. Unseren Abschlusswalzer “Can you feel the love tonight” hat kaum noch einer mitbekommen.

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